Geschwindigkeitsüberschreitungen sind im Winter besonders riskant

27 Nov 10:22 am
Winter traffic jam seen through a windshield

Der Anblick einer winterlichen Autobahn erfreut wahrscheinlich die wenigsten Autofahrer. Denn Staus, Behinderungen und Unfälle sind nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter an der Tagesordnung. An ein schnelles Vorwärtskommen ist da kaum zu denken. Die im Stau verlorene Zeit sollte aber keinesfalls durch eine Erhöhung der Geschwindigkeit über das Limit hinaus ausgeglichen werden. Speziell im Winter ist dies aus mehreren Gründen besonders gefährlich.

Die Gefahren der winterlichen Witterung

Im Winter sorgt die Witterung für eine Vielzahl an Gefahren, die Geschwindigkeitsüberschreitungen besonders gefährlich machen. Hierzu zählen zunächst Glätte oder angefrorene Schneeplatten, die Autos ins Schlittern bringen können und gerade bei zu hoher Geschwindigkeit Unfällen Vorschub leisten. Denn der Bremsweg auf einer glatten Spur verlängert sich, da auch mit Winterreifen der nötige Halt auf der Straße fehlt. Begegnen können Autofahrer diesem Problem, indem sie bei entsprechender Witterung langsamer fahren. Dies ist im Übrigen auch gesetzlich vorgeschrieben: Wer seine Geschwindigkeit nicht an die Witterung anpasst, und bei Schnee oder Eisesglätte das Tempo nicht drosselt, der bekommt ein Bußgeld von 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. In Verbindung mit einer Gefährdung oder sogar eines Unfalls kann dieses Bußgeld auf 145 Euro anwachsen. Die regulären Bußgelder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung – unabhängig von der Jahreszeit – sind hier noch einmal aufgelistet:

Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb von Ortschaften:

Geschwindigkeitsüberschreitung

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

bis 10 km/h

15 Euro

11 – 15 km/h

35 Euro

16 – 20 km/h

35 Euro

21 – 25 km/h

80 Euro

1 Punkt

26 – 30 km/h

100 Euro

1 Punkt

31 – 40 km/h

160 Euro

2 Punkte

1 Monat

41 – 50 km/h

200 Euro

2 Punkte

1 Monat

51 – 60 km/h

280 Euro

2 Punkte

2 Monate

61 – 70 km/h

480 Euro

2 Punkte

3 Monate

über 70 km/h

680 Euro

2 Punkte

3 Monate

Geschwindigkeitsüberschreitungen außerhalb von Ortschaften:

Geschwindigkeitsüberschreitung

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

bis 10 km/h

10 Euro

11 – 15 km/h

20 Euro

16 – 20 km/h

30 Euro

21 – 25 km/h

70 Euro

1 Punkt

26 – 30 km/h

80 Euro

1 Punkt

31 – 40 km/h

120 Euro

1 Punkt

41 – 50 km/h

160 Euro

2 Punkte

1 Monat

51 – 60 km/h

240 Euro

2 Punkte

1 Monat

61 – 70 km/h

440 Euro

2 Punkte

2 Monate

über 70 km/h

600 Euro

2 Punkte

3 Monate

(Quelle der Tabellen: www.Bussgeldkataloge.eu)

Schäden an Reifen durch Schlaglöcher

Ein weiteres Risiko, das Autofahrer im Winter umgehen sollten, sind Straßenschäden auf der Fahrbahn bedingt durch Schlaglöcher. Diese entstehen wie folgt: Zuerst sickert Tauwasser in durch Abnutzung entstandene Risse im Asphalt. Kommt es anschließend erneut zu Frost, so vergrößert sich das Volumen des gefrorenen Tauwassers. Die Folge ist, dass das gefrorene Wasser den umliegenden Asphalt „sprengt“. Wer zu schnell fährt, übersieht die Schlaglöcher auf der Fahrbahn oder kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Durch das Überfahren von Schlaglöchern nimmt der Reifen und die Karosserie sowie die Mechanik des Autos über kurz oder lang Schaden. Die Kosten für die Reparatur muss der Autofahrer hierbei meist selbst bezahlen.

Eingeschränkte Sicht durch Schneefall

Schneefall kann die Sicht auf die Fahrbahn extrem einschränken. Bedenkt man die kurzen Zeiträume, an denen an Wintertagen ohne zusätzliche Beleuchtung gefahren werden kann, so ist die eingeschränkte Sicht auf die Fahrbahn ein weiteres immenses Risiko im Winter. Im Bußgeldkatalog gibt es bezüglich einer eingeschränkten Sicht besonders hohe Sanktionen bei einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. So fallen 200 Euro Bußgeld an, wenn Autofahrer innerorts 41 – 50 km/h zu schnell fahren, als die Sichtweite auf unter 50 m eingeschränkt war. Ein Fahrverbot von 1 Monat sowie 2 Punkte kommen noch dazu.

Winterreifen können Risiken minimieren, aber nicht ausschalten

Winterreifen haben besonders viele Profilrinnen, die einen festen Halt auf der Straße gewährleisten sollen. Auch die Gummimischung, aus der der Winterreifen gefertigt wurde, dient diesem Zweck: Winterreifen sind aufgrund der großzügigen Naturkautschuk-Beimischung elastischer als Sommerreifen, und verrutschen deswegen auch auf vereistem Boden nicht so leicht.
Der Wechsel zu Winterreifen minimiert zwar die Gefahren, die der Winter für Autofahrer bereit hält, aber er kann nicht sämtliche Unfallrisiken unterbinden. Dies kann nur der Fahrer selbst, der im Winter ganz besonders vorsichtig fahren sollte. Die Drosselung der Geschwindigkeit verkürzt die Bremswege und gibt dem Fahrer mehr Zeit zur Reaktion. So können Unfälle und Schäden am eigenen Fahrzeug verhindert werden.

Bildquelle:istockphoto-RobertCrum

 

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