Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Winterreifen

08 Oct 11:16 am
Reifenwechsel von Sommerreifen auf Winterreifen

Foto: DEKRA

Alljährlich zeichnet sich das gleiche Bild auf Deutschlands Straßen. Die letzten warmen Sonnenstunden sind gerade wenige Tage alt, da werden viele Autofahrer auch schon vom Wintereinbruch und den ersten Schneeflocken überrascht. Längst nicht jeder Fahrer hat daran gedacht die Winterreifen rechtzeitig aufzuziehen. Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel?

Die Wetterberichte im Auge behalten

Eine grundätzliche Empfehlung, wann der ideale Zeitpunkt für einen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ist, gibt es nicht. Jeder Sommer und jeder Herbst ist von den Temperaturen anders und so ergeben sich in verschiedenen Jahren auch unterschiedliche ideale Wechselzeitpunkte. Einen groben Anhaltspunkt für den Wechsel liefert die Binsenweisheit “von O bis O”, die besagt, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern gefahren werden sollten. Wer sich als Fahrzeugführer daran hält, fährt im Normalfall sicher und ist bevorstehenden Wintereinbrüchen gefeit. Wer den idealen Wechselzeitpunkt noch genauer bestimmen möchte, der sollte den Wetterbericht und insbesondere die Temperaturentwicklung der kommenden Tage und Wochen im Auge behalten, um bei einem prognostizierten Temperatursturz im Wetter-Forecast noch rechtzeitig handeln zu können. Alle in Frage kommenden Winterreifen sind durch das Kürzel M+S (Matsch und Schnee) gekennzeichnet. Sie haben eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt im Winter aus Sicherheitsgründen eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern.

Gesetzliche Regelungen und Versicherung

In Deutschland gibt es nach wie vor keine generelle Winterreifenpflicht. Seit Dezember 2010 gilt jedoch die situative Winterreifenpflicht, die in § 2 Absatz 3a der StVO verankert ist. Sie besagt, dass bei Schneeglätte, Glatteis, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte Autos mit aufgezogenen Sommerreifen nicht auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. Wer den rechtzeitigen Wechsel verschlafen hat, steht also gleich vor mehreren Problemen. Fährt er weiterhin mit Sommerreifen umher, bringt er nicht nur sich selbst und andere Autofahrer in Gefahr, ihm droht außerdem ein saftiges Bußgeld wegen des Verstoßes gegen die situative Winterreifenpflicht. Die Mindeststrafe bei einem Verstoß gegen § 2 Absatz 3a der StVO beträgt gemäß dem Bußgeldkatalog 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Wer darüber hinaus durch sein Verhalten eine Gefährdung oder gar eine Behinderung im Straßenverkehr verursacht, dem droht sogar eine höhere Geldstrafe. Eine Verwicklung in einen Unfall stellt den Autofahrer vor das zusätzliche Problem, dass seine Kfz-Haftpflichtversicherung zwar den Schaden beim Unfallopfer übernimmt, der Schaden am eigenen Auto jedoch aufgrund grober Fahrlässigkeit selbst bei einer Vollkaskoversicherung nur zum Teil oder gar nicht übernommen wird. Hier ist jeweils der Einzelfall zu prüfen.

Kraftfahrzeugfahrer sollten auf Nummer sicher gehen und den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen im Zweifel lieber einige Tage oder Wochen früher durchführen. Der gleichen Logik folgend sollte man auch die Winterreifen lieber etwas länger fahren und erst auf Sommerreifen wechseln, wenn die Temperaturen wieder beständig frühlingshaft werden. Gerade wenn man beruflich sehr viel mit dem Auto unterwegs ist, ist es zeitraubend, wenn man von einem Wintereinbruch überrascht wird und mit Sommerreifen plötzlich gar nichts mehr geht. Mit aufgezogenen Winterreifen hat man allerdings keinen Freischein zum schnellen Fahren. Man sollte seine Geschwindigkeit vielmehr den äußeren Umständen anpassen, um sich und andere Autofahrer nicht unnötig zu gefährden.

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