Mehr Neuzulassungen: Automarkt erholt sich

06 Oct 11:50 am
Mini Cooper S

Foto: ampnet

Fast alle Hersteller wollen kräftig wachsen – Europa schien hierzu allerdings kaum mehr ein geeigneter Markt zu sein. Zumindest in Deutschland zeigt sich, dass die Absatzflaute nun überwunden sein könnte: Im vergangenen September zog die Anzahl der Neuzulassungen deutlich an: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg diese Zahl auf 260,062 Fahrzeuge und damit um 5,2 Prozent. Vor allem die Unternehmen investierten offensichtlich in die Erneuerung ihres Fuhrparks.

Mini und Audi mit kräftigem Zulassungsplus

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich nämlich, dass das Wachstum sehr ungleichmäßig ausfiel: Während die Zahl der gewerblichen Zulassungen um 8,4 Prozent stieg, stagnierte jene der privaten Anmeldungen beinahe – hier konnten nur +0,1 Prozent erreicht werden. Betrachtet man die Automarken im Überblick, wird auch deutlich, dass nicht jeder Hersteller vom Zuwachs profitieren konnte. Günstig entwickelte sich der Markt vor allem für Mini (+18,8 Prozent) und Audi (+10,4 Prozent). Am anderen Ende der Skala rangiert hingegen Smart mit einem dramatischen Einbruch von -33,2 Prozent. Allerdings sollte hierbei angemerkt werden, dass bei dem Kleinwagenhersteller demnächst eine komplette Erneuerung der gesamten Modellpalette ansteht; viele Kunden warten ganz offensichtlich auf die kommenden Neuerscheinungen. Ebenso darf der Zulassungsrückgang von gar 93,3 Prozent bei Chevrolet nicht überraschen: General Motors möchte die Marke im kommenden Jahr vom Markt nehmen.

Skoda erfolgreichste Importmarke

Mercedes (-0,9 Prozent) und Porsche (+0,1 Prozent) konnten nicht so recht vom Boom profitieren. Zumindest bei Mercedes dürfte dieser Umstand auch auf die Modellpalette zurückzuführen sein: Im September vergangenen Jahres waren wichtige Neuheiten wie der CLA, die A-Klasse und die runderneuerte E-Klasse bereits präsentiert, was besonders hohen Zulassungszahlen führte. Dass in diesem September keine weitere Steigerung mehr möglich war, wird man in Sindelfingen mit einiger Gelassenheit aufnehmen. Unabhängig etwaiger Änderungen der Zulassungszahlen hat Volkswagen mit 21,1 Prozent den größten Anteil der Neuzulassungen. Auch die stärkste Importmarke kommt aus dem VW-Konzern: Skoda konnte die deutliche Führung sogar noch ausbauen; 6,2 Prozent Marktanteil bedeuten einen Zuwachs von 0,5 Prozent. Weit abgeschlagen folgt Hyundai mit 3,9 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland.

Deutsche setzen weiterhin auf konventionelle Antriebe

Gefragter als bisher sind auch alternative Antriebe, auch wenn deren Anteil weiterhin unter der 1-Prozent-Marke verharrt: So wuchs die Anzahl der Autos mit Elektromotor zwar um 40,4 Prozent – was aber eben auch nur 747 Pkw entspricht. Am beliebtesten sind also Otto- (52,9 Prozent) gefolgt von Dieselmotoren (45,5 Prozent). Interessant: Während die Zulassungszahlen für Autos mit erdgasbetriebenen Motoren um 16,1 Prozent sanken, konnte Flüssiggas mit 40,9 Prozent einen echten Rekord für sich verbuchen. Ebenso verlief der September auf dem Motorradmarkt erfreulich, 10.162 neu zugelassene Bikes bedeuten ein Plus von 14,9 Prozent. Durchwachsen zeigte sich hingegen der Markt für Nutzfahrzeuge: Bei den Bussen wurde der Vorjahreswert um 10,3 Prozent verfehlt; bei den Zugmaschinen stiegen die Zulassungen deutlich um 18,9 Prozent.

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